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Neues Angebot: die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) nimmt ihre Arbeit auf.

Gute Nachrichten! Das neue Beratungsangebot für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige geht an den Start. Wir setzen damit ein zentrales Instrument des neuen Bundesteilhabegesetzes um.Wir beraten unabhängig zu Themen aus allen Lebensbereichen, die mit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Zusammenhang stehen: Arbeit, Wohnen, Freizeit, Bildung, Kultur. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung zu begleiten und zu unterstützen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite "Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung" 
 
 

„Bezahlbarer Wohnraum für alle!“

Liga der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Emmendingen; Quelle: Die Verbände der Liga der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Emmendingen, Die Verbände der Liga der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Emmendingen

Soziale Gerechtigkeit beim Bürgerentscheid in Emmendingen mitbedenken!


Seit 2013 setzt sich die LIGA der freien Wohlfahrtspflege für bezahlbares Wohnen für alle ein. So fanden hierzu eine Podiumsdiskussion in Herbolzheim, ein Fachgespräch zum Sozialen Wohnungsbau mit dem damaligen baden-württembergischen Wirtschaftsminister Schmid in Weisweil
und zuletzt ein Aktionsstand in Emmendingen statt.
Für in Armut lebende, von Armut bedrohte Menschen oder Personen knapp über den Grenzen für Sozialleistungen im Landkreis Emmendingen ist die Versorgung mit ausreichendem und bezahlbarem Wohnraum eine große, bisweilen auch unüberwindbare Hürde.

Das betrifft besonders:

  • Alleinerziehende
  • Kinderreiche Familien, auch solche mit ausreichendem Einkommen
  • Familien mit Migrationshintergrund
  • Junge Wohnungslose
  • Personen aus einkommensschwachen Haushalten
  • ältere Menschen mit Bedarf an barrierefreiem Wohnraum.


Im Landkreis Emmendingen macht sich diese Nachfrage vor allem in den Kommunen bemerkbar, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut angebunden sind (Denzlingen, Emmendingen, Kenzingen, Herbolzheim, Waldkirch sowie das Elztal). Hier führt die Nachfrage zu spürbar höherem Mietpreisniveau und zu einer Verdrängung o.g. Wohnraumsuchender. Die Kommunen und ihre Entscheidungsträger sind daher bei Flächennutzungsplanungen und der Ausweisung von Wohngebieten gut beraten, diese sozialen Belange in der Ausgestaltung angemessen zu berücksichtigen und festzuschreiben. Dies kann z. B. durch die Art der Bebauung (Mehrfamilienhäuser vs. Einzelhäuser), den Zuschnitt der Baugrundstücke, Erfordernisse der Barrierefreiheit oder Sozialbindung von Wohnbebauung usw. geschehen. Gleichfalls ist das Engagement der Kommunen ausdrücklich zu begrüßen, die sich im Rahmen eigener Wohnbaugesellschaften oder anderweitig als Bauherr dieser Belange annehmen und bezahlbaren Wohnraum erhalten oder schaffen. Beispiele hierfür sind das Engagement der Emmendinger Wohnbau in der Neubronnstrasse, der Stadt Waldkirch in der Hildastrasse oder der Gemeinde Denzlingen in der Freiburger Strasse.
Daher geben die in der LIGA der freien Wohlfahrtspflege organisierten Verbände angesichts der Bürgerentscheidung zur Bebauung Haselwald/Spitzmatten in Emmendingen grundsätzlich zu bedenken.

Bedarf:
Menschen mit geringem Einkommen können hohe Mieten nicht bezahlen und treffen gleichzeitig auf bestehende Vorbehalte mancher Vermieter gegenüber bestimmten Personengruppen, beispielsweise kinderreichen Familien oder Migrantinnen und Migranten.
Ebenso ist der Soziale Wohnungsbau in den letzten Jahren auch infolge geringer Rentabilität sozialer Wohnraumbindung zeitgleich fast vollständig zum Erliegen gekommen. Das bedeutet, dass erhebliche Teile der Bevölkerung zu dauerhaften Verlierern in der Wohnraumfrage wurden.
Dies birgt erhebliches gesellschaftlich-soziales Konfliktpotential. Das politische und bürgerschaftliche Engagement für eine sozial gestaltete Wohnraumentwicklung kann daher gesellschaftliche Gräben heilen helfen.

Die Liga der freien Wohlfahrtspflege begrüßt die in Emmendingen entstandene Debatte und fordert
die Bürgerinnen und Bürger in Emmendingen dazu auf, sich an dieser wichtigen gesellschaftlichen Frage durch den Gang zur Abstimmung am 17.07.16 zu beteiligen und die hier beschriebenen sozialen Belange bei ihrer Entscheidung zur Bebauung im Gewann Haselwald-Spitzmatten mit einzubeziehen.

Die Liga der freien Wohlfahrtspflege fordert weiter

  • die Landesregierung, den Landkreis sowie die Kommunen dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass Anreize für den sozialen Wohnungsbau geschaffen werden,
  • die Verantwortlichen in den Kommunen dazu auf, die Bereitstellung und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und dessen Planung verstärkt in politischen Entscheidungen einzubeziehen,
  • die Verantwortlichen in den Kommunen dazu auf, durch Beratung und Bergleitung Wohnraumverlust zu verhindern und die Wiedererlangung von Wohnraum für Menschen in kommunalen Notunterkünften stärker zu unterstützen.
05.07.2016

Die Verbände der Liga der freien Wohlfahrtspflege im Landkreis Emmendingen

Joachim Blank, Vorsitzender
c/o Paritätischer Wohlfahrtsverband
Hebelstr. 27, 79312 Emmendingen
Tel.: 07641/933589-0
Mobil: 0172/7380387